Quasimodo (18 Jahre)

 

Ich bin eine rassenreine, 2-jährige Perserdame - eine sozusagen "von............... ",

bzw. "vom" Züchter. Ein junges Pärchen hat mich für viel Geld gekauft. Das mußte sein, denn heutzutage gehört so etwas wie ich zum Standart. Als dann aber mein Frauchen mit den Kindern wegging, ließ sie mich bei Herrchen alleine zurück. Nun bin ich ein sog. Scheidungswaise.

So kam es, daß ich in die Katzenstation des Tierschutzvereins gebracht wurde, wo man für mich ein neues Zuhause suchen wollte. Das war wohl so "das Beste" für mich. Nun war ich alleine - abgeschoben - und wurde krank. Ich bekam einen Infekt und mußte Medizin haben. Appetit hatte ich auch keinen. Obwohl ich liebevoll umsorgt wurde, fehlte mir doch mein Zuhause.

Die Tierschützer von der Katzenstation bemühten sich sehr um ein neues Heim für mich. Aber einfach wurde das nicht. Denn ich bin leider keine Schönheit. Um es genau zu sagen:

Mein Oberkiefer wurde weggezüchtet, der Unterkiefer ist schief, meine Nase kann man gerade noch erahnen, die Zähne sind schlecht und nicht mehr vollzählig und meine Zunge hat keinen Platz in meinem Mäulchen und so hängt diese ständig ein Stück heraus. Speichel läuft aus und beim Fressen habe ich Probleme. Darum bin ich auch nur ein Fliegengewicht. In meinem Fell sind Filzklumpen.

Und wer will schon soetwas haben?

Da kommt Besuch - für mich.

Die Frau schaut mich an - und sieht bis in mein Herz hinein.

Sie lächelt und nimmt mich auf den Arm.

Lange redet sie mit den Tierschützern, denn eigentlich hatte sie schon genug Tiere. Aber: wo 5 Mäuler satt werden, ist auch noch Platz für einen "armen Tropf' wie mich, höre ich sie sagen.

Das ist jetzt 4 Tage her. Nun habe ich eine neue Adresse. Ich bin umgezogen. Zuhause warten schon 3 weitere Katzen und zwei Hunde. Für die Nacht bekomme ich ein eigenes Zimmer. Am nächsten Morgen möchte ich aber raus zu den anderen Tieren und meiner neuen Familie. Außerdem muß ich doch die Wohnung erkunden und mir einen Lieblingsplatz aussuchen. Hier ist immer was los. Wir müssen uns erst noch aneinander gewöhnen und uns aufeinander einstellen. Denn jeder hat so seine Macken. Eine Perserdame mit Dackelbeinen und Knickschwanz aus dem Tierheim, ein verscheuchter Kater aus schlechter Haltung und nun komme ich dazu. Das ist ein richtig bunter Haufen.

Aber mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen werde ich mich hoffentlich bald eingelebt haben.

Herrchen redet mir gut zu, daß ich auch essen soll, damit ich wieder richtig gesund werde und "was auf die Rippen kriege".

Mit meinem neuen Zuhause habe ich auch einen neuen Namen bekommen: Frauchen hat ihn sehr bedacht ausgesucht: " Quasimodo".

Ein entstelltes, von der Menschheit verstoßenes Geschöpf, mit einem

grundgütigen Herzen.

 

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