Hundepfoten im Altersheim

 

Unsere Donnerstagsnachmittagsbeschäftigung: Ein Besuch im Schloss Rheinweiler.

Wir, das sind: meine beiden Hunde und ich.

Die Idee kam mir, als ich im Sommer mit meinen beiden Kurzhaarcollies im Park des Schlosskaffees Rheinweiler einen Kaffee trank.

Meine beiden Kurzhaarcollies lagen brav in der Sonne am Boden und blieben auch dort alleine liegen, bis ich mir einen Kaffee und Kuchen geholt hatte.

Eine alte Dame sprach mich an, wie schön die Hunde sind und so folgsam.

Ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit und sie erzählte freudenstrahlend: „wir hatten früher auch einen Hund zu Hause, aber der war an der Kette.........“

Schon war ein Kontakt geknüpft. Eine zweite Dame gesellte sich zu uns. Sie hatte keinen Hund, aber „Katzenbussele“. Ein Herr saß im Rollstuhl gegenüber und nickte freundlich.

Ich machte mir Gedanken darüber, dass ich womöglich einen kleinen Teil meiner Freizeit sinnvoll nutzen könnte um manch einem älteren Menschen ein paar nette Minuten zu bescheren.

Meine beiden Hunde wurden von mir zum Begleithund ausgebildet. Sie eignen sich hervorragend zu solch sozialer Arbeit. Sie sind absolut ruhig, ausgeglichen, nie nervös und sehr umgänglich mit Allem und Jedem.

So setzte ich mich mit der Heimleitung des Altersheims in Verbindung.

Man fand meine Idee sehr gut; hatte zwar keine Erfahrung mit solchen Dingen, wolle es aber gerne versuchen.

Seit dem sind am Donnerstagsnachmittag 8 Hundepfoten zwischen den Senioren unterwegs.

Zwischenzeitlich kennt und erwartet man uns schon dort und wir werden freundlich empfangen, auch schon mal vermisst, wenn es nicht für einen Besuch bei allen reicht.

Es ist sehr schön für mich zu beobachten, wie meine Hunde hier Freude verbreiten.

Entweder legt Floyd seinen Kopf in einen Schoss und sammelt so Streicheleinheiten, oder Kimberly ist auf der Suche nach Kekskrümeln unter den Tischen. Da steht sie auch schon mal schwanzwedelnd und fordernd vor einer der Damen und ich höre diese sagen: komm, hier, ich habe extra einen Butterkeks für dich aufgehoben.

Eine weitere Dame wollte „keinen Hund streicheln“. Heute ruft sie schon bei unserem Hereinkommen nach Kimberly.

Damit die Hunde nicht nur mit Keksen und Kuchen gefüttert werden, nehme ich auch Hundeleckerchen mit und verteile diese an die Senioren. Da muss ich aber aufpassen, damit nicht plötzlich so ein Leckerchen in den falschen Mund wandert. Egal ob jemand im Rollstuhl sitzt oder an einer Gehhilfe den Gang entlang kommt. Den Hunden macht das nichts aus.

Es macht sehr viel Freude zu sehen, wie diese ältere Generation sich über „etwas anderen Besuch“ freut. Wenn Kimberly mit ihren Vorderpfoten an einem Bett steht und Menschenaugen immer größer werden vor Freude, dann bin ich mir ganz sicher, dass ich so umgängliche Hunde habe ist ein Segen und davon sollen auch ältere Menschen profitieren.

 

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